Der Bär im Puschlav • Vom 17. Jh. bis zu M13

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M13 ist nicht der erste Bär, der in den letzten Jahren in der Schweiz aufgetaucht ist, aber er hat starke Emotionen und ein enormes Medienecho ausgelöst. Der Palazzo de Bassus­Mengotti in Poschiavo erzählt seine Geschichte – es ist dieselbe Geschichte, die sich bereits vor über einem Jahrhundert mit dem Abschuss des letzten Bären im Tal zugetragen hat.

Im Jahr 2012 wandert das Jungtier vom Trentino ins Puschlav ein, baut sich eine Höhle und beschliesst, hier die kalte Jahreszeit zu verbringen. Doch nach dem Winterschlaf, im Februar 2013, informiert der Kanton Graubünden, dass der Bär abgeschossen wurde. Auf diese Weise endet eine intensive Zeit voller Spannungen, Sorgen und Diskussionen. Der Tierkörper geht an das Ortsmuseum über, um ausgestellt zu werden.

Der Bär
Das Leben von M13 ist kurz und ereignisreich. Bereits in Italien nähert er sich Siedlungen und fürchtet den Menschen nicht. Aus diesem Grund wird er mit einem Sendehalsband ausgestattet. In Graubünden angekommen, wird der Bär von einem Zug angefahren und findet schliesslich im Puschlav eine neue Heimat. Hier reisst er weidende Nutztiere und schädigt Bienenstöcke und zieht so die Wut der Züchter und Imker auf sich. Er wagt sich bis in die Dörfer und weckt die Angst der Bevölkerung. Die Meinungen gehen auseinander: Seine Beschützer erstellen eine Facebook­Seite und sammeln Unterschriften; die Gegner organisieren Anlässe und verlangen seinen Abschuss; die Medien aus dem In­ und Ausland verfolgen jeden seiner Schritte.

Die Ausstellung
Drei Jahre später erzählt das Museo poschiavino diese Geschichte in all ihren Facetten, gibt allen Meinungen Platz und greift Fälle der Geschichte auf. Die Ausstellung gibt Einblick in vergangene Ereignisse, ausgehend von Hexenverfolgung und Raubtiermythen. Sie zeigt die Fakten seiner Rückkehr auf, die Zeugnisse derjenigen, die ihm begegnet sind, die ihn bekämpft haben oder die sein Recht zu bleiben verteidigt haben. Nach über einem Jahrhundert ohne Bären im Tal wirft sein Wiederauftauchen eine alte Frage auf: Ist es möglich, den Lebensraum mit einem Tier zu teilen, das zwar einheimisch ist, aber vom Menschen auch als Rivale wahrgenommen wird? Ein umfassender didaktischer Teil trägt zur Kenntnis des Bären, seines Wesens und der Gründe seiner Rückkehr auf. Aber die Ausstellung soll auch Denkanstösse über dieses Kapitel in der Geschichte des Puschlavs bieten, das exemplarisch ist für den gesamten Alpenbogen.

Die Ausstellung ist vom 12. Juni bis Ende Oktober geöffnet. Auf unserer Webseite findest du immer die aktualisiertesten Informationen zum Thema.


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M13

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